Textil-RE-acts

Rethink, Reuse and Renovate – die Textilfabrik als Reallabor für Revitalisierung und Resilienz nach den NEB-Prinzipien

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Das Projekt adressiert den zunehmenden Leerstand historischer Bestandsgebäude im ländlichen Raum und den gleichzeitig hohen Flächenverbrauch durch Neubauten. Die ehemalige Strickwarenfabrik in Hirschbach steht exemplarisch für ungenutzte Bausubstanz mit großem räumlichem, kulturellem und sozialem Potenzial. Gleichzeitig fehlen praxistaugliche Modelle, wie solche Gebäude denkmalgerecht, klimafit und gemeinschaftsorientiert revitalisiert werden können. Bestehende Wohn- und Entwicklungsmodelle im ländlichen Raum sind häufig auf individuelle Neubauten ausgerichtet und bieten nur begrenzte Antworten auf soziale Teilhabe, Ressourcenschonung und kulturelle Belebung. Hinzu kommen Herausforderungen in der Finanzierung, Eigentumsstruktur, Sanierung des Bestands sowie in der langfristigen organisatorischen Tragfähigkeit.

Zielsetzung des Projekts Textil-RE-acts

Ziel von Textil-RE-acts ist die Entwicklung einer einreichfähigen, nachhaltigen Sanierungs- und Nachnutzungsstrategie für eine leerstehende ehemalige Textilfabrik in Hirschbach. Das Projekt verfolgt einen innovativen Ansatz, indem es denkmalgerechte Bestandsentwicklung, gemeinschaftliches Wohnen, kulturelle Nutzung und klimaorientierte Sanierung in einem ländlichen Reallabor verbindet. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung eines sozial, ökologisch und wirtschaftlich tragfähigen Modells als Alternative zum Einfamilienhaus-Neubau am Land, ohne zusätzlichen Bodenverbrauch sowie die partizipative Einbindung einer Baugruppe in alle zentralen Entscheidungsprozesse. Langfristig soll ein übertragbares Modell für die Revitalisierung ländlicher Leerstände nach den Prinzipien des New European Bauhaus entstehen.

Vorgehensweise und Methodik des Projekts Textil-RE-acts

Textil-RE-acts arbeitet als interdisziplinäres Projekt für nachhaltige Bestandsentwicklung. Im Zentrum steht eine partizipative Baugruppe, die parallel wissenschaftlich begleitet und von Beginn an in die Entwicklung der Sanierungs-, Nutzungs- und Organisationskonzepte eingebunden wird. Methodisch verbindet das Projekt architektonische Planung, partizipative Prozessgestaltung, Analyse innovativer Finanzierungs- und Eigentumsmodelle sowie die Entwicklung klimaresilienter und ressourcenschonender Sanierungsmaßnahmen. Ermittelt werden unter anderem ökologische Baustoffe, CO₂-neutrale Energielösungen, grün-blaue Infrastruktur und Potenziale lokaler Kooperationen, etwa mit Handwerksbetrieben oder der Gemeinde. Die Projektpartner bringen Kompetenzen in Architektur, Bestandsentwicklung, Beteiligung, Baugruppenprozessen, Energie- und Freiraumplanung ein.

Erwartete Ergebnisse des Projekts Textil-RE-acts

Das Projekt liefert eine einreichfähige Planung für die nachhaltige Revitalisierung der ehemaligen Textilfabrik nach den Prinzipien des New European Bauhaus. Erwartet werden ein Maßnahmenkatalog zur Klimawandelanpassung, die Dokumentation und Auswertung der partizipativen Entwicklungsprozesse sowie eine vergleichende Analyse innovativer Finanzierungs- und Eigentumsmodelle hinsichtlich ihrer sozialen, wirtschaftlichen und organisatorischen Tragfähigkeit. Als zentrale Musterlösung entsteht ein übertragbares Konzept für die Umnutzung historischer Leerstände im ländlichen Raum zu gemeinschaftlich getragenen Wohn- und Kulturorten. Besonders relevant ist die Verbindung von denkmalgerechter Sanierung, ressourcenschonender Bauweise, kultureller Aktivierung und kooperativen Organisationsmodellen.

Nutzen und Impact des Projekts Textil-RE-acts

Textil-RE-acts schafft ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert für den ländlichen Raum. Ökologisch trägt das Projekt durch Bestandsnutzung, flächensparende Entwicklung, den Einsatz nachhaltiger Baustoffe und CO₂-neutrale Energielösungen zur Reduktion von Emissionen und Bodenverbrauch bei. Gesellschaftlich stärkt es gemeinschaftliches Wohnen, kulturelle Teilhabe und lokale Mitgestaltung. Wirtschaftlich werden neue Nutzungsperspektiven für Leerstände sowie tragfähige Modelle für Finanzierung und Betrieb entwickelt. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur Ortskernbelebung, zur Sichtbarkeit alternativer Wohnformen und zur Umsetzung der NEB-Prinzipien im ländlichen Kontext. Durch die gezielte Dissemination entsteht ein skalierbarer Blueprint für weitere Revitalisierungsprojekte.

 

Diese Projekt wird im Programm „Leuchttürme der Wärmewende“ gefördert und im Rahmen des Innovationslabors Allianz WärmeZukunft durchgeführt.

Kontakt

Alessa Klie

T: +43 1 907 80 26 – 15

M: alessa.klie@e-sieben.at

Projekteckdaten

Laufzeit
01.11.2025 – 31.07.2026

Förderprogramm
Leuchttürme der Wärmewende 2024

Projektart
Sondierungsprojekt

Projektbudget
272.640 €

Projektleitung

e7 GmbH

Projektpartner

Christoph Kirchberger