DHFuture4MZ
Sondierung der Machbarkeit einer flexibilisierten und leistbaren Wärmewende in Mürzzuschlag
Mürzzuschlag verfügt über große Potenziale an erneuerbarer Energie aus Windkraft und Solarenergie. Gleichzeitig bestehen infrastrukturelle Engpässe im Stromnetz, insbesondere beim Umspannwerk und der 110-kV-Leitung, wodurch überschüssige Strommengen zu Spitzenzeiten nicht vollständig eingespeist werden können. Auch die Vermarktung dieses Stroms ist in Zeiten niedriger oder negativer Spotmarktpreise wirtschaftlich oft unattraktiv. Parallel dazu basiert die lokale Fernwärmeversorgung mit einem jährlichen Bedarf von rund 27 GWh bislang überwiegend auf Biomasse. Diese sollte jedoch möglichst gezielt für Anwendungen genutzt werden, die hohe Temperaturen erfordern. Es fehlt daher ein integriertes Konzept, das erneuerbare Stromüberschüsse, Wärmeerzeugung, Speicheroptionen und Netzoptimierung systemisch zusammenführt.
Zielsetzung des Projekts DHFuture4MZ
Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines energietechnisch und ökonomisch tragfähigen Gesamtkonzepts für eine diversifizierte, preisstabile und zukunftsorientierte Fernwärmeversorgung in Mürzzuschlag. Innovativ ist die Verknüpfung von lokal verfügbarer erneuerbarer Stromerzeugung mit der Wärmeversorgung, um Überschussstrom aus Wind- und Solarenergie effizient in Wärme umzuwandeln und vor Ort zu nutzen. Konkret sollen geeignete Technologiekombinationen aus Industriewärmepumpen, Solarthermie, saisonalen Wärmespeichern und netzseitigen Optimierungsmaßnahmen identifiziert werden. Damit sollen Biomasse effizienter eingesetzt, die Abhängigkeit von einzelnen Energieträgern reduziert, die Wirtschaftlichkeit verbessert und die regionale Versorgungssicherheit erhöht werden. Langfristig wird eine klimafreundliche und netzdienliche Fernwärmestrategie angestrebt.
Vorgehensweise und Methodik des Projekts DHFuture4MZ
Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Sondierungsansatz, der Strom- und Wärmesystem gemeinsam betrachtet. Im Mittelpunkt steht die Analyse eines geeigneten Technologiemixes für die Fernwärmeversorgung, insbesondere unter Einbeziehung von Industriewärmepumpen, Solarthermie, saisonalen Wärmespeichern und Maßnahmen auf der Netzseite wie Temperaturabsenkungen. Dabei werden energietechnische und wirtschaftliche Machbarkeiten systematisch untersucht und unterschiedliche Versorgungsszenarien bewertet. Berücksichtigt werden sowohl die Verfügbarkeit erneuerbarer Stromüberschüsse als auch der Wärmebedarf des lokalen Fernwärmenetzes. Ziel der methodischen Arbeit ist die Entwicklung einer belastbaren Umsetzungsstrategie, die technische Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Netzdienlichkeit miteinander verbindet.
Erwartete Ergebnisse des Projekts DHFuture4MZ
Das Projekt liefert ein fundiertes Gesamtkonzept für die zukünftige Fernwärmeversorgung in Mürzzuschlag. Erwartet werden belastbare Ergebnisse zur technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit verschiedener Technologiekombinationen, insbesondere für den Einsatz von Industriewärmepumpen, Solarthermie, saisonalen Wärmespeichern und netzseitigen Optimierungsmaßnahmen. Daraus soll eine konkrete Umsetzungsstrategie für die schrittweise Weiterentwicklung des Fernwärmesystems abgeleitet werden. Als zentrale Musterlösung entsteht ein integrierter Ansatz, der erneuerbare Stromüberschüsse lokal nutzbar macht und gleichzeitig die Wärmeversorgung diversifiziert. Besonders relevant ist die sektorübergreifende Verbindung von Strom- und Wärmesystem als Modell für andere Regionen mit ähnlichen Netzengpässen und erneuerbaren Erzeugungspotenzialen.
Nutzen und Impact des Projekts DHFuture4MZ
Das Projekt bringt einen hohen Nutzen für Energiesystem, Kommune und Region, indem es erneuerbare Stromüberschüsse effizient in die Wärmeversorgung integriert. Ökologisch trägt es zur Reduktion fossiler Emissionen und zu einer ressourcenschonenderen Nutzung von Biomasse bei. Wirtschaftlich kann es die Abhängigkeit von volatilen Strommarktpreisen verringern, die Preisstabilität in der Fernwärme erhöhen und bestehende erneuerbare Erzeugung besser nutzbar machen. Für das Energiesystem schafft der Ansatz zusätzliche Netzdienlichkeit, da Überschüsse lokal verwertet und Netzengpässe entlastet werden können. Langfristig stärkt das Projekt die regionale Versorgungssicherheit und liefert ein übertragbares Modell für klimaneutrale Stadt- und Wärmeentwicklung in anderen Gemeinden.
Diese Projekt wird im Programm „Leuchttürme der Wärmewende“ gefördert und im Rahmen des Innovationslabors Allianz WärmeZukunft durchgeführt.


