SchrittZuKlimafit

Nachverdichtung als Chance für die schrittweise Dekarbonisierung in der Kriegerheimstätten

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Die Wärmewende stellt insbesondere in urbanen Bestandssiedlungen mit heterogenen Gebäudestrukturen eine große Herausforderung dar. In der Genossenschaft Kriegerheimstätten im 22. Bezirk in Wien existiert ein gemischter Gebäudebestand aus Reihenhäusern (mit Gasheizungen) und Mehrfamilienhäusern (mit Fernwärmeanschluss), ergänzt durch eine geplante Nachverdichtung mit rund 100 neuen Wohneinheiten. Diese Kombination eröffnet ein einmaliges „Window of Opportunity“, um ein quartiersweites Anergienetz zu realisieren. Bislang fehlen jedoch belastbare Entscheidungsgrundlagen, die technische Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und soziale Tragfähigkeit für einen schrittweisen Umstieg auf ein klimaneutrales Versorgungssystem gesamtgesellschaftlich fundiert bewerten.

Zielsetzung des Projekts SchrittZuKlimafit

Das zentrale Ziel der Sondierung ist die Entwicklung einer umsetzungsreifen Entscheidungsgrundlage für eine erneuerbare Wärmeversorgung auf Basis eines Anergienetzes. Innovativ ist der Ansatz, bestehende Bestandsgebäude phasenweise und modular an ein liegenschaftsübergreifendes Anergienetz anzuschließen, das im Zuge der Nachverdichtung aufgebaut wird. Dabei soll die technische Planung eng mit organisatorischen und finanziellen Umsetzungspfaden sowie mit partizipativen Elementen verknüpft werden. Zusätzlich wird geprüft, wie Kühlung über das Anergienetz realisiert und Synergien mit Sanierungsmaßnahmen (z. B. Barrierefreiheit, Wohnkomfort) genutzt werden können.

Vorgehensweise und Methodik des Projekts SchrittZuKlimafit

Das Projekt folgt einer interdisziplinären Struktur und ist in sieben Arbeitspakete gegliedert. Nach einer integralen Aufbereitung der technischen, rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen (AP2) werden in AP3 technische Szenarien und Machbarkeiten analysiert. Parallel dazu wird in AP4 ein partizipativer Beteiligungsprozess mit den Bewohner:innen gestartet, um Bedürfnisse, Hürden und individuelle Anschlussmöglichkeiten zu erheben. In AP5 werden tragfähige Organisations- und Finanzierungsmodelle entwickelt, die auch Eigentumsverhältnisse, Fördermodelle und soziale Gerechtigkeit berücksichtigen. AP6 führt alle Erkenntnisse zu einer Roadmap für die Umsetzung zusammen. Die Ergebnisse fließen abschließend in AP7 in strategische Disseminationsformate ein, um den Wissenstransfer sicherzustellen.

Erwartete Ergebnisse des Projekts SchrittZuKlimafit

Das Projekt liefert eine umfassende Entscheidungsgrundlage für die Umsetzung eines liegenschaftsübergreifenden Anergienetzes im urbanen Bestand. Dazu gehören:

  • Technisch-wirtschaftlich optimierte Versorgungsszenarien
  • Ein Organisationsmodell für Betrieb und Steuerung
  • Ein Finanzierungskonzept mit Rücksicht auf soziale Durchführbarkeit
  • Eine Roadmap mit Ausbaustufen und Umsetzungszeitplan
  • Ein partizipativ abgesicherter Entscheidungsprozess in der Genossenschaft
  • Rückflüsse zur Weiterentwicklung städtischer Förder- und Beratungsinstrumente

Nutzen und Impact des Projekts SchrittZuKlimafit

Das Projekt stärkt die Wärmewende durch einen systemischen Ansatz für urbane Bestandsquartiere und schafft eine fundierte Grundlage für klimaneutrale Wärmeversorgungslösungen. Ökologisch werden deutliche Emissionsreduktionen durch den Ersatz fossiler Heizsysteme erwartet. Wirtschaftlich bietet das Projekt die Chance auf langfristig tragfähige Investitions- und Betriebsmodelle sowie auf besser planbare Energiekosten. Gesellschaftlich ist besonders die frühzeitige Einbindung der Bewohner:innen relevant, da sie Akzeptanz, soziale Tragfähigkeit und Umsetzbarkeit erhöht. Der entwickelte Ansatz ist auf andere Genossenschaften und Quartiere übertragbar und kann Impulse für Folgeprojekte sowie für die Weiterentwicklung städtischer Förder- und Beratungsinstrumente geben.

 

Diese Projekt wird im Programm „Leuchttürme der Wärmewende“ gefördert und im Rahmen des Innovationslabors Allianz WärmeZukunft durchgeführt.

Kontakt

Alina Peischl

T: +43 1 907 80 26 – 23

M: alina.peischl@e-sieben.at

Projekteckdaten

Laufzeit
01.10.2025 – 30.06.2026

Förderprogramm
Leuchttürme der Wärmewende 2024

Projektart
Sondierungsprojekt

Projektbudget
197.594 € (Förderhöhe)

Projektleitung

e7 GmbH