Start für Windpark der Superlative im Bezirk Neusiedl am See

In Weiden bei Neusiedl im Burgenland produzieren 23 Windräder mit rund 122 Megawatt Leistung ab sofort 251 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Windräder auf einem Feld
© Green Energy Lab

23 Windräder im Windpark Neusiedl / Weiden mit einer Gesamtleistung von 122 MW ersetzen die bisherigen 44 Anlagen. © Green Energy Lab

18. Februar 2026, Neusiedl/Weiden – Bei strahlendem Sonnenschein und bestem Wetter nahm die Burgendland Energie offiziell ihren größten Windpark in Betrieb. 23 Windräder recken sich bis zu 244 Meter in den Himmel, ein Rotorblatt wiegt 20 Tonnen und ist 75 Meter lang – so groß wie ein Airbus A380.

Mit insgesamt 122 Megawatt Leistung produzieren pro Jahr produzieren die 23 Anlagen 251 Millionen Kilowattstunden Strom – doppelt so viel Energie wie die 44 alten Anlagen am Standort, die sie nun ersetzen. Bis zu 70.000 Haushalte können so mit Windstrom versorgt werden. Erklärtes Ziel des Burgenlands ist die bilanzielle Energieunabhängigkeit bis 2030. Erreicht werden soll dies mit Windenergie, Sonnenstrom und Speichern. „Mit dem Windpark in Neusiedl / Weiden wird der nächste große Schritt auf diesem Weg gesetzt“, betont der Burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Als eines der Vorzeigeprojekte des „Project Tomorrow“ gilt der Windpark auch als Leuchtturmprojekt auf europäischer Ebene und wurde gemeinsam mit der europäischen Investitionsbank umgesetzt.

Bei der Inbetriebnahme anwesend war auch Innovationsminister Peter Hanke, der die Bedeutung der Windkraft für einen saisonal unabhängigen Energiemix betonte: „Österreich ist besonders in den Wintermonaten in seiner Stromversorgung von Importen abhängig. Daher brauchen wir mehr Winderzeugung, die gerade in dieser Zeit besonders stark ist und daher einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leistet.“

Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie, hob hervor, dass das gesamte Windprojekt im Einklang mit der Natur stattfinde. „An diesem Standort haben wir 44 alte Windräder abgebaut, vollständig recycelt und 23 neue, bessere Windräder errichtet. Die Anzahl der Windräder wurde halbiert und gleichzeitig die Stromproduktion verdoppelt. Österreichs größtes Windprojekt ist ein Gemeinschaftsprojekt, das nur gemeinsam mit der Bundespolitik, der Landespolitik, den Bürgermeistern, den NGOs, den Menschen und Unternehmen vor Ort möglich war“, so Sharma. Das Projekt sei deshalb ein Mutmacher für ganz Österreich. „Dieses große Energieinfrastrukturprojekt zeigt, dass wir uns unabhängig vom Ausland machen können, denn Österreich deckt noch immer 60 Prozent seines Energiebedarfs aus dem Ausland. Wir haben von der Planung bis zur Errichtung nur rund drei Jahre benötigt und schaffen hier Energieunabhängigkeit und Energiesicherheit für die Region für mehr als 20 Jahre, solange werden diese neuen Windanlagen Strom für die Region produzieren.“

Die Flächen des Windparks werden weiterhin landwirtschaftlich genutzt. Geplant ist im nächsten Schritt auch ein Ausbau hin zu einem Hybridpark durch eine Kombination mit Agri-Photovoltik – damit können Windenergie, Sonnenstrom und landwirtschaftliche Produkte auf einer gemeinsamen Fläche geerntet werden.

Hybride Fernwärme mit Windstrom

Windstrom ist ein volatiler Energieträger. Nicht immer wird Strom gebraucht, wenn gerade der Wind bläst. Das führt mitunter zu negativen Strompreisen am Energiemarkt, sodass die Anlagen abgeschaltet werden müssen. Wertvolle Stromproduktion geht verloren und die Rentabilität der Anlagen sinkt. Als mögliche Lösung hat die Burgenland Energie gemeinsam mit Alois Kraußler von 4ward Energy Research und ENERCON Service Austria, Forschung Burgenland und TBH Ingenieur eine interessante Lösung entwickelt: Überschüssiger Windstrom wird im Heizwerk Neusiedl am See mittels Großwärmepumpen in nachhaltige Fernwärme umgewandelt. Dies ersetzt teilweise den Einsatz von wertvoller Biomasse und trägt darüber hinaus zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung bei. Umgesetzt wurde dieses SmartCities-Projekt mit dem Namen „Hybrid District Heating Demo“ im Rahmen der Forschungsinitiative Green Energy Lab. Die Burgenland Energie arbeitet auch schon an möglichen Erweiterungen der Flexibilität: Eine Versuchsanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff am Standort Neusiedl soll zeigen, wie überschüssiger Windstrom auch in Form von Wasserstoff gespeichert werden kann.

Ein Windrad aus der Froschperspektive fotografiert. Drei Personen stehen auf einer Stiege, die ins Windrad führt.

Leise Giganten: 244 Meter Gesamthöhe und 75 Meter lange Rotorblätter pflügen durch die Lüfte. Die Fläche zwischen den Windrädern wird weiterhin landwirtschaftliche genutzt. © Green Energy Lab

Hier finden Sie mehr Informationen zum Projekt Hybrid District Heating DEMO.

Kontakt

Ludwig Fliesser

Communications Manager

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