3. August 2022

Nutzer:innen im Zentrum der Energiewende

Wie können wir Bürger:innen für Energieinnovationen begeistern und sie erfolgreich in Innovationsprozesse einbinden? Wir teilen unseren Erfahrungsschatz.

Nutzer:innen stehen im Zentrum der Energiewende und somit unserer Aktivitäten im Green Energy Lab. Gemeinsam entwickeln und demonstrieren wir Lösungen für eine nachhaltige Energiezukunft, die sich am Markt behaupten. Ziel dabei ist es möglichst von Anfang an die Interessen und Bedürfnisse der Nutzer:innen miteinzubeziehen, denn das beste Rezept zur sozialen Akzeptanz ist bekanntlich die aktive Teilnahme und das Mitwirken an der Lösung.

Gemeinsam mit nationalen und internationalen Expert:innen aus unserem Netzwerk haben wir das Thema „Erfolgsversprechende Einbindung von Nutzer:innen“ aus diversen Blickwinkeln betrachtet, um Erfolgskriterien, Best-Practice Beispiele und Lessons-Learned zu identifizieren, rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen sowie attraktive Fördermöglichkeiten zu beleuchten und ein Methodenhandbuch zur Umsetzung offener Innovationsprozesse zu entwickeln.

Die Erkenntnisse aus dem Green Energy Lab-Erfahrungsschatz sowie dem breit aufgestellten Stakeholder-Prozess, der mit unserem Schwerpunkt Workshop „Erfolgsversprechende Einbindung von Nutzer:innen“ abgeschlossen wurde, haben wir für Sie zusammengefasst.

Green Energy Labs strategischer Fokus auf Nutzer:innen-Einbindung

Wie wichtig das Miteinbeziehen von Bürger:innen für die Energiewende und somit das Green Energy Lab ist, fasst Susanne Supper, Cluster Managerin des Labs, treffend zusammen: „Es ist gerade eine große Transformation im Gange, die mittlerweile überall angekommen ist. (…) und dieser Umbruch beeinflusst natürlich das Leben aller Menschen. Das Mitnehmen, das Betrachten der sozialen Akzeptanz ist ein wesentlicher Baustein, um diesen Umbruch auch erfolgreich zu schaffen!“

Diese Relevanz spiegelt sich auch in dem Green Energy Lab thematischen Spotlight „Soziale Akzeptanz von Technologien und Maßnahmen zum Klimaschutz“ sowie den Programmzielen der Vorzeigeregion Energie wider. Somit ist die aktive Einbindung von Bürger:innen auch für die Auswahl der Projekte, die Teil des Green Energy Lab Portfolios werden wollen, ein wichtiges Erfolgskriterium.

Als Verbundkoordination von mittlerweile 40 erfolgreichen Projekten erhebt das Green Energy Lab regelmäßig Monitoring-Daten, um Fortschritte zu messen. Wir sind sehr stolz, in unseren Projekten mittlerweile rund 20.600 Endnutzer:innen zu involvieren, wovon rund 5.300 aktiv Lösungen mitgestalten.

Innovation Sandbox unter aktiver Einbindung von Bürger:innen – mit Handbuch zum Nachmachen!

Das Green Energy Lab hat gemeinsam mit winnovation consulting im Auftrag des Klima- und Energiefonds das erste Innovation Sandbox-Projekt mit aktiver Einbindung von Bürger:innen durchgeführt. Im gesamten Projekt wurde ein systemischer Open-Innovation-Prozess verfolgt, mit dem klaren Ziel Nutzer:innen-Bedürfnisse zu erheben und daraus Rahmenbedingungen und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Im Workshop haben wir die spannenden Ergebnisse präsentiert: 7 konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Gestalter, ein detailliertes Handbuch zur Umsetzung der Innovation Sandbox Methode, ein Überblick zu den Anforderungen von Nutzer:innen basierend auf einem intensiven Crowdsourcing-Prozess, sowie eine kompakte Potenzialanalyse des thematischen Schwerpunkts (bidirektionales und gesteuertes Laden).

Eine Kurzpräsentation des Projekts finden Sie hier. Mehr über unsere Innovation Sandbox erfahren Sie auch in unserem Newsbeitrag dazu.

Aus dem Forschungskästchen geplaudert: Gebündelter Erfahrungsschatz aus dem Green Energy Lab-Netzwerk

Wertvolle praktische Erfahrungen teilten Claudia Maier, von Forschung Burgenland, die in diversen Green Energy Lab Projekten sozialwissenschaftliche Aspekte und Nutzer:innen Einbindung verantwortet, sowie Joëlle Mastelic, vom Schweizer HES-SO Valais-Wallis Energy Living Lab, die Partizipation von Bürger:innen in diversen europäischen Living Lab Projekten umsetzt, mit uns.

Claudia gab Einblick in die tägliche Forschungspraxis und sprach offen über Erfolgskriterien und Lessons-Learned. Das Thema Energiewende ist aktuell relevanter denn je – das hilft auch der Bereitschaft zur Partizipation. Weiters ist es zielführend wichtige regionale Stakeholder, wie die Gemeinde als Projektpartner frühzeitig miteinzubeziehen und die Mitgestaltung „im Ort für den Ort“ umzusetzen. Bei technischen Themen erlauben vor allem soziale Aspekte und ein vielfältiges Repertoire an Methoden die erfolgreiche aktive Einbindung von Bürger:innen. Den gesamten Beitrag können Sie hier nachlesen.

Joëlle Mastelic ermöglichte mit ihrem Beitrag den Blick über den österreichischen Tellerrand und teilte etablierte Methoden sowie Best-Practices zur Umsetzung europäischer Partizipationsprojekte des HES-SO Valais-Wallis Energy Living Labs mit uns. Auch hier wird ein offener Innovationsprozess in verschiedenen Ausführungen verfolgt; Die wichtigsten Methoden und Tools werden in einem integrativen Living Lab-Prozess zusammengeführt. Mehr Details finden Sie hier.

Datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen als zentraler Erfolgsfaktor

Datenschutzrecht und der DSGVO-konforme Umgang mit personenbezogenen Daten wird oftmals als Hürde für die Einbindung von Nutzer:innen in Forschungs- und Innovationsprojekten empfunden. Sich im „Paragraphen-Dschungel“ zurechtzufinden und die entsprechenden geltenden Rahmenbedingungen zu kennen, erfordert häufig viel Recherche und Geduld. Diese Herausforderungen im FTI-Kontext kennen auch Duy Stempkowski Rechtsanwälte GmbH besonders gut. Daher bietet die Kanzlei zielgerichtete Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung von datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen in Forschungsprojekten an.

Michael Schröter, Rechtsanwalt, teilte im Rahmen des Schwerpunkt Workshops einen kurzen und bündigen Einblick in das Thema sowie wertvolle Tipps zur praktischen Umsetzung. Demnach ist es wichtig bereits frühzeitig datenschutzrechtliche Fragen zu klären (Stichwort: Wer benötigt wann welche personenbezogenen Daten von wem und darf diese verarbeiten? Sind dafür IP-rechtliche Regelungen notwendig?). Schriftlich abgeschlossene Vereinbarungen mit Nutzer:innen, die auf die individuellen Ansprüche des Projektes zugeschnitten sind, regeln Erwartungen und geben Sicherheit. Datenschutzexpertise frühzeitig ins Projekt zu holen, lohnt sich und ist eine nachhaltige effiziente Investition. Hier geht’s zur gesamten Präsentation.

Gemeinsam mit dem Green Energy Lab attraktive Förderchancen nutzen und erfolgsversprechende Projekte entwickeln

Insbesondere wollen wir das Programm Impact Innovation (FFG) als attraktive Fördermöglichkeit für Innovationsprozesse mit intensiver Akteurseinbindung und in der frühzeitigen Ideenfindungsphase (z.B. Kund:innen, Nutzer:innen, Expert:innen) vorstellen. Maria Fischinger, die das Programm seitens der FFG betreut, betont beim Schwerpunkt Workshop die Relevanz der vielfältigen thematischen Anwendungsbereiche im Energiebereich. Im Rahmen der FTI Kreislauf Initiative wurde das Budget für Impact Innovation Projekte mit Schwerpunkt Energiewende weiter aufgestockt. Eine Kurzpräsentation des Programms finden Sie hier.

Entwickeln Sie gerade Ihre Projektidee und stehen vor der Aufgabe Bürger:innen für Ihr Konzept zu begeistern und für sich zu gewinnen? Das Green Energy Lab greift auf einen 4-jährigen Erfahrungsschatz zurück und unterstützt Sie gerne bei der Entwicklung Ihres Projekts. Wir helfen Ihnen beim Feinschliff Ihrer Projektidee und Ihres Projektantrags. Wenn Sie Ihre Projektidee mit dem Green Energy Lab umsetzen wollen, kontaktieren Sie uns gerne direkt unter lisa.wolf@greenenergylab.at.

Wir freuen uns gemeinsam mit Ihnen Bürger:innen aktiv an der Gestaltung von Energieinnovationen teilhaben zu lassen und somit die Energiewende voranzutreiben!

Downloads:
Green Energy Lab – Kurzvorstellung der Innovation Sandbox
Claudia Maier, Forschung Burgenland – Aus dem Forschungskästchen plaudern
Joëlle Mastelic, HES-SO Valais-Wallis Energy Living Lab – Aus dem Forschungskästchen plaudern
Michael Schröter, Duy Stempkowski Rechtsanwälte GmbH – Datenschutzrechtliche Aspekte bei der Einbindung von Nutzer*innen in Projekte
Maria Fischinger, FFG – Impact Innovation als attraktive Fördermöglichkeit

Kontakt

Lisa Wolf

Junior Project Manager